Hier finden Sie – kurz zusammengefasst – eine Übersicht wichtigst Neuerungen für Familien ab dem Jahr 2017.

Neues Kindergeldkonto: “Wochengeldfalle”

Die Einführung des neuen Kindergeld-Kontos bringt nicht nur Vorteile für Eltern. Aktuell wird beispielsweise in den Medien diskutiert, dass die Bezieher des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes (12 + 2 Monate) in eine „Wochengeldfalle“ tappen könnten, wenn kurz nach dem ersten Kind das zweite erwartet wird.

Im Rahmen der Einführung des neuen Kindergeld-Kontos wurde der Tatbestand abgeschafft, dass Mütter, bei denen der Bezug des Kinderbetreuungsgeldes für das erste Kind ausgelaufen ist und die somit keine gesetzliche Krankenversicherung mehr haben, welche aber innerhalb der gesetzlichen Karenzfrist wieder schwanger werden und bei denen der Beginn des Mutterschutzes für das zweite Kind innerhalb von 32 Wochen nach Auslauf des Kinderbetreuungsgeldes liegt, als „Schutzfälle“ gelten. Im alten Modell hatten sie nochmals Anspruch auf Wochengeld. Mit dem Bezug dieses Wochengeldes galten sie automatisch auch wieder als gesetzlich krankenversichert.

Durch die Einführung des neuen Kindergeld-Kontos stehen Betroffene – in der Zeit des Mutterschutzes vor Geburt des zweiten Kindes – vor dem Problem, dass sie in dieser Zeit weder Kinderbetreuungsgeld noch Wochengeld erhalten.

Online-Rechner für Kindergeld

Seit Mitte Jänner gibt es auf der Startseite der Homepage des Familienministeriums (www.bmfj.gv.at) einen Rechner für das neue Kindergeld. Er soll Eltern bei der Entscheidung helfen, wie sie sich die Gesamtsumme von maximal 16.449 Euro (inklusive Partnerschaftsbonus) aufteilen. Testen Sie den Online-Rechner und teilen Sie uns Ihre Erfahrungen – positive wie negative – mit. Unsere Kontakt-Adresse: info@familie.or.at; Kennwort „Online-Rechner“

Das neue Kindergeldkonto gilt für alle Kinder, die ab dem 1. März 2017 geboren werden.

Kein Selbstbehalt für Kinder im Krankenhaus mehr

Mit 1.1.2017 wurde der Selbstbehalt für Kinder im Krankenhaus abgeschafft. Der Kostenbeitrag für Kinder, die ins Krankenhaus mussten, betrug je nach Krankenanstalt und Bundesland bis zu 560 Euro pro Jahr und Kind. Insbesondere für Eltern von schwer oder chronisch kranken Kindern ist der Wegfall des Selbstbehaltes eine große Entlastung.

Sternenkinder kommen ins Personenstandsregister

Mit 1.1.2017 können „Sternenkinder“, Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben und unter 500 Gramm wiegen, in das Personenstandsregister aufgenommen werden. Damit haben betroffene Eltern die Möglichkeit, diesen Kindern offiziell einen Namen zu geben und sich eine Urkunde aushändigen zu lassen. Bisher galten „Sternenkinder“ als Fehlgeburten, die ohne die Eintragungsmöglichkeit auch keinen offiziellen Namen hatten.

Hebammenbetreuung nach der Geburt

Seit 1. Jänner 2017 ist die Hebammenbetreuung nach der Geburt eine Kassenleistung, unabhängig davon, wann die Entlassung erfolgt. Jede versicherte Mutter hat für die ersten acht Lebenswochen ihres Säuglings unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf bis zu 12 Hausbesuche durch eine Kassenhebamme oder Wahlhebamme (ein Teil der Kosten wird rückerstattet). Bisher hatten in Österreich nur Frauen Anspruch auf eine Nachbetreuung durch eine Hebamme, die bis zum einschließlich dritten Tag nach der Geburt das Krankenhaus verließen (vgl. dazu www.hebammen.at).