Pensionssplitting – in aller Munde?

Pensionssplitting Kinderbetreuung

Die Antwort auf diese Frage ist eindeutig nein! Wissen Sie, was konkret unter Pensionssplitting zu verstehen ist und warum es diese Möglichkeit für Eltern gibt?

Gesetzliche Rahmendaten

Seit 2005 gibt es für Eltern die Möglichkeit, die durch Kinderbetreuungszeiten entstehenden Pensionsverluste untereinander auszugleichen. Der Elternteil, der überwiegend erwerbstätig ist und somit eine höhere Gutschrift auf dem Pensionskonto erwirbt, kann diesen Anspruch zu Gunsten des anderen, der überwiegend die Kinder betreut, übertragen. Dafür ist weder eine Ehe noch ein gemeinsamer Haushalt notwendig. Maximal 50 % können als Teilgutschrift für die ersten sieben Jahre übertragen werden. Die Gesamtobergrenze liegt bei 14 Jahren.

Wichtiges zur Antragsstellung

Bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres des jüngsten Kindes kann die Antragsstellung bei der PVA erfolgen. Die Vereinbarung zum Pensionssplitting ist freiwillig. Ist die Übertragung erfolgt, dann besteht keine Widerrufsmöglichkeit mehr.

Frauenarmut als Problematik

Armut von Frauen in der Pension ist ein reales Problem. Für Frauen, die ihre Erwerbsarbeit unterbrochen bzw. aufgegeben haben, um sich der Kindererziehung zu widmen, gab und gibt es spätestens mit dem Pensionsbescheid häufig ein bitteres Erwachen. Lange Kindererziehungszeiten bringen es mit sich, dass Mütter, die „daheim geblieben“ oder einer Teilzeitbeschäftigung nachgegangen sind, zu wenig Pension erhalten. Im Zuge des Pensionsharmonisierungsgesetzes 2004 wurde die Möglichkeit des „freiwilligen Pensionssplittings“ beschlossen. Diese Form der strukturellen und finanziellen Benachteiligung lastet nun nicht mehr ausschließlich auf den Rücken der Mütter.

Kindererziehungszeiten mit bitterem Beigeschmack

Trifft man die Entscheidung, seine Kinder im eigenen familiären Rahmen zu erziehen, bringt diese nach wie vor Benachteiligungen für die Gutschriften auf dem Pensionskonto mit sich. Gesetzlich ist es möglich, dass beide Elternteile sich die Last bzw. Gutschrift freiwillig teilen. Trotzdem wird die finanzielle Benachteiligung aufgrund von Kindererziehungszeiten im familiären/elterlichen Bereich belassen.

Echte Wahlfreiheit und ein „gutes Leben“ für alle

„Kinder zu haben und zu erziehen, darf sich nicht nachteilig auf die Alterssicherung der Frauen auswirken.“ (Arbeitsprogramm der österr. Bundesregierung 2013–2018, #29)

Fürsorge- und Erziehungsarbeit darf sich weder für Frauen, noch für Männer und schon gar nicht auf Kinder nachteilig auswirken. Damit derlei Entscheidungen tatsächlich im Sinne einer echten Wahlfreiheit getroffen werden können, bedarf es die entsprechend strukturell-gesetzlichen Rahmenbedingungen. Hierfür ist es höchste Zeit, eine Gleichwertigkeit zwischen bezahlter Erwerbsarbeit und unbezahlter Familienarbeit in die Wege zu leiten.

Im Sinne eines guten Lebens für alle gilt es, gesellschaftlich gute Rahmenbedingungen zu gewährleisten, um den Bedürfnissen von Müttern, Vätern und Kindern bestmöglich gerecht zu werden!

Monika Th. Windtner, Kath. Familienverband Oberösterreich