Mit dem Vortrag „ADHS – Stärken hinter Schwächen“ startete der Vorarlberger Familienverband am Donnerstag, 15. Jänner, erfolgreich in das Veranstaltungsjahr 2026. Knapp 100 Teilnehmende sorgten dafür, dass das erste „Familiengespräch“ des Jahres restlos ausverkauft war – ein deutliches Zeichen für das große Interesse am Thema.
Als Veranstaltungsort bot der WirkRaum Dornbirn den idealen Rahmen: offen, einladend und perfekt geeignet für einen Abend, der Information, Austausch und neue Perspektiven miteinander verband.
Eindrucksvoll und zugleich praxisnah referierten Dr. in Kerstin Berthold-Sigl, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, sowie Marianna Ganahl, Ergotherapeutin, über ADHS – und räumten dabei mit einigen hartnäckigen Mythen auf. ADHS, so machten die Referentinnen deutlich, ist weit mehr als bloße Konzentrationsschwierigkeiten, Bewegungsdrang oder vermeintliche Unruhe.
Ein kurzer Blick in die Geschichte zeigte, dass bereits literarische Figuren wie der Struwwelpeter oder Hans Guck-in-die-Luft von Heinrich Hoffmann das heutige, oft einseitige Bild von ADHS mitgeprägt haben. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass ADHS auch große Stärken mit sich bringen kann: etwa einen scheinbar unerschöpflichen Energie-Akku, hohe Kreativität und besondere Denkweisen – vorausgesetzt, diese Eigenschaften werden erkannt und sinnvoll genutzt.
Im Verlauf des Vortrags wurden typische Symptome beleuchtet und zugleich konkrete Ansätze aufgezeigt, wie Betroffene und ihr Umfeld konstruktiv damit umgehen können. Besonders lebendig wurde der Abend in der rund 30-minütigen Frage- und Antwortrunde, in der Dr. Berthold-Sigl und Marianna Ganahl mit viel Fachwissen, Klarheit und Humor auf sämtliche Fragen aus dem Publikum eingingen.
Ein herzlicher Dank gilt dem Team des WirkRaums Dornbirn für die Bereitstellung der Räumlichkeiten, den beiden Referentinnen für ihren fundierten und inspirierenden Vortrag sowie dem Land Vorarlberg, das die Veranstaltung im Rahmen des Projekts „Familiengespräche“ unterstützt hat.


