Gesellschaft & Budget: Viele Systeme leiden heute an einer Art Systemic Mad Cow Disease.

Sie ernähren sich falsch. Das war die Ursache des BSE-Skandals: Man verfütterte Rindern die Reste ihrer eigenen Art – eine billige Lösung mit katastrophalen Folgen. Über 100.000 erkrankte Tiere, ein Verbot der Tiermehl-Fütterung, die Entfernung von Hirn und Rückenmark aus der Nahrungskette. Was man einsparen wollte, wurde zum teuersten Reparaturprojekt der europäischen Landwirtschaft.

Viele Systeme leiden heute an genau dieser Krankheit. Sie halten sich am Leben, indem sie ihre eigene Substanz verbrauchen. Und wie bei BSE zeigt sich der Schaden erst mit Verzögerung.

Ein aktuelles Beispiel: Die Nationalbank hat die Verteilungswirkung des Sparpakets berechnet. Familien mit Kindern verlieren prozentuell am meisten. Man friert Familienleistungen ein und entlastet gleichzeitig an anderer Stelle. Man entzieht der arbeitenden, engagierten Mitte die Nährstoffe – und wundert sich über Demografie, Fachkräftemangel und schwindenden Zusammenhalt.

Das ist keine Sparpolitik. Das ist eine Systemdiät mit dem falschen Futter.

Gesunde Systeme ernähren sich anders: Sie investieren in das, was sie trägt. Familien sind kein Kostenblock. Sie sind das Gewebe, aus dem eine Gesellschaft besteht.

Hier geht es zur VN Ausgabe vom 18.07.2026 mit dem Artikel von Johannes Huber:

Guntram Bechtold
Obmann Vorarlberger Familienverband