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Vater sein: Männer Dialog am Lagerfeuer

Dialog am Feuer… wir sprechen über die Veränderungen in Familie, Arbeitsplatz und auch jene, die mit dem ÄlterWerden verbunden sind… was hilft den Männern? Wenn Männer über diese Veränderungen sprechen – im familiären Gefüge, im Beruf und im eigenen Älterwerden – zeigt sich oft kein Mangel an Einsicht, sondern ein Mangel an tragfähigen Orientierungen.

Was hilft, lässt sich relativ klar bündeln:

1. Sprache finden statt Funktionieren
Viele Männer sind geübt im Tun, weniger im Mitteilen. Der entscheidende Schritt ist nicht sofort eine Lösung, sondern das präzise Benennen:Was verändert sich konkret? Was irritiert mich daran? Wo verliere ich Sicherheit?

2. Vergleichs- und Resonanzräume
Im Dialog mit anderen Männern entsteht Normalisierung. Themen wie Leistungsdruck, Rollenverschiebung oder körperliche Veränderungen verlieren ihre isolierende Wirkung. Nicht der Ratschlag steht im Zentrum, sondern das Erkennen: „Ich bin damit nicht allein.“

3. Neuverhandlung von Rolle und Identität
Traditionelle Muster (Versorger, stark, kontrolliert) greifen oft zu kurz. Hilfreich ist die aktive Auseinandersetzung: Was davon passt noch zu mir? Was darf ich erweitern oder loslassen? Das ist kein Verlustprozess, sondern ein Anpassungsprozess.

4. Umgang mit Kontrollverlust
Älterwerden, familiäre Dynamiken oder Arbeitsrealitäten entziehen sich teilweise der Steuerung.
Stabilität entsteht weniger durch Kontrolle, sondern durch Flexibilität und innere Orientierung.

5. Körper als Informationsquelle
Veränderungen zeigen sich nicht nur kognitiv, sondern somatisch: Müdigkeit, Spannung, Rückzug. Wer das ernst nimmt, bekommt früh Hinweise, bevor es zur Krise wird.

6. Beziehung statt Rückzug
Ein häufiger Reflex ist Isolation. Kurzfristig entlastend, langfristig destabilisierend. Tragfähiger ist: in Kontakt bleiben, auch wenn es ungewohnt ist.

Mein Resümee:
Männer brauchen keinen perfekten Plan, sondern einen Ort, an dem sie ehrlich sein können. Sie profitieren weniger von Antworten als von echten Gegenüber. Entwicklung beginnt dort, wo sie sich zeigen dürfen – ohne Bewertung, ohne Rolle.

Das Projekt „Vater-sein“ wird vom Land Vorarlberg gefördert.

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