Round Table „Die härtesten Jobs“

Beim Round Table „Die härtesten Jobs“ stand die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen Menschen arbeiten und leben, die trotz Erwerbstätigkeit mit erheblichen finanziellen und sozialen Belastungen konfrontiert sind. Neben den Vertreter:innen des Vorarlberger Familienverbands nahmen auch Heidi Schuster Burda (ÖVP), Nicole Feurstein-Hosp (FPÖ), Mario Leiter (SPÖ), Fabienne Lackner (NEOS) und Christine Bösch Vetter (GRÜNE) an der Diskussion teil. Darüber hinaus berichteten zwei alleinerziehende Mamas von ihren Lebensrealitäten.

Ein zentrales Thema war die hohe Armutsgefährdung in Vorarlberg. Besonders betroffen davon sind Frauen, Alleinerziehende, Familien mit mehreren Kindern sowie Teilzeitbeschäftigte. Einigkeit bestand darüber, dass steigende Lebenshaltungskosten, insbesondere die Wohnkosten, viele Haushalte stark unter Druck setzen. Leistbarer Wohnraum wurde daher als eine der größten aktuellen Herausforderungen identifiziert. Diskutiert wurden unter anderem die geringe Verfügbarkeit gemeinnütziger Wohnungen, strukturelle Hürden bei der Umsetzung von Bauprojekten sowie fehlender Wettbewerb im Wohnbau.

Breiten Raum nahm auch die Diskussion über Sozialleistungen und Förderungen ein. Dabei wurde deutlich, dass bestehende Systeme oft als zu komplex, wenig treffsicher und teilweise als ungerecht wahrgenommen werden. Besonders kritisch gesehen wurde die sogenannte Schwellenproblematik, bei der bereits geringe Einkommenssteigerungen zum Verlust von Unterstützungsleistungen führen können. Konsens bestand darin, dass Fördermodelle vereinfacht und stärker an realen Lebenssituationen ausgerichtet werden sollten.

Im Bereich Kinderbetreuung und Bildung wurde der Ausbau der vergangenen Jahre anerkannt, gleichzeitig aber ein weiterhin hoher Bedarf festgestellt. Als wichtige Ansatzpunkte wurden zusätzliche Betreuungsplätze sowie der Ausbau ganztägiger und kostenfreier Bildungsangebote genannt.

Ein weiteres zentrales Thema war die psychische Belastung vieler Betroffener. Insbesondere die Mehrfachbelastung durch Erwerbsarbeit und Familienverantwortung führt häufig zu Überforderung, Stress und gesundheitlichen Problemen. Die Bedeutung dieser unsichtbaren Arbeit wurde im Zuge der Diskussion besonders hervorgehoben.

Die eingebrachten Erfahrungsberichte machten deutlich, wie stark strukturelle Probleme im Alltag spürbar werden. Genannt wurden unter anderem bürokratische Hürden, lange Verfahrensdauern sowie fehlende Unterstützung in sogenannten Grenzfällen. Auch wurde darauf hingewiesen, dass steigender Arbeitsumfang nicht immer zu einer tatsächlichen Verbesserung der finanziellen Situation führt.

Sowohl die politischen Vertreter:innen, die anwesenden Vorstände des Familienverbands sowie die beiden geladenen Alleinerziehenden, waren sich schlussendlich einig, dass Lösungsansätze bereits bekannt sind und nun die zentrale Aufgabe in deren konsequenter und wirksamer Umsetzung liege.